26. Januar 2018

#metoo - ein Statement

Ein Thema über das schon Tausende geschrieben oder gesprochen haben, jede Meinung hat man schon tausende Male gehört - es ist eine Debatte die nicht zu verstummen scheint. Kaum scheinen die Vorwürfe abzuebben, kommt schon wieder die nächste Flut. Und immer und immer wieder. Die Debatte verstummt nicht. Und das ist gut so.
So Mancher, nein, so viele - zu viele - mögen genervt sein, sie als unwichtig abtun. Als wäre sie eine lästige Mücke. Eine Mücke ist irgendwann so laut, dass man aufsteht und etwas dagegen tut. Ich glaube, diese Mücke ist noch nicht laut genug. 
Deshalb liegt mir dieses Thema am Herzen und ich möchte hier mein ganz eigenes Statement dazu niederschreiben. Wobei, es ist eigentlich eine Beantwortung aller abschätzigen und genervten Fragen von Menschen, die es irgendwie immer noch nicht verstanden haben.

Warum ist die Debatte so wichtig?

Um das herauszufinden braucht man sich nur mal in den Kommentarspalten des Internets umzusehen: Was dort geschrieben wird, ist teilweise so absurd - man weiß gar nicht, ob man lachen oder weinen soll. Auch wenn Internetkommentare (hoffentlich) nicht unbedingt die breite reale Masse widerspiegeln, sind sie dennoch von Menschen geschrieben worden. Und diese Menschen denken so. Von "Sich erst hoch schlafen und dann jammern" bis zu abenteuerlichen und einzig und allein korrekten Definitionen, wer denn jetzt wirklich Opfer ist und wer nicht ("blanker Hohn für richtige Opfer" ist ein beliebter Ausdruck).
In viel zu vielen Köpfen herrscht die Ansicht, dass die ach so bösen Frauen, den ach so unschuldigen Männern das Leben zerstören wollen - für Aufmerksamkeit, Geld, aber bloß nicht, weil es wirklich so passiert ist. Wir haben mit diesem Thema ein massives Problem: Sei es Frau oder Mann, ein Mensch, der sexuelle Gewalt erlebt, muss kämpfen. Dafür, dass er ernst genommen wird, ihm geglaubt wird.

Ich muss zugeben, erst seit #MeToo wurde mir richtig bewusst, dass es nicht ganz unüblich ist, die Aussagen einer/eines Betroffenen sehr kritisch zu beäugen. Man muss dafür gar nicht an die Öffentlichkeit gehen, die "Kritiker" finden immer eine Ausrede: Man will der Person schaden, weil man sie nicht mag, neidisch auf sie ist, man ist pleite und braucht Geld, es ist schier unmöglich, dass das so vorgekommen ist, denn es passierte während einer Beziehung, in der Familie, in der Schule oder der Beschuldigte wirkt ja gar nicht so. Es scheint als käme sexuelle Gewalt nur so vor: Der Täter wartet in einer dunklen Gasse und packt aus einer Ecke heraus überraschend sein Opfer. Wobei, auch da finden sich ähnliche Spielchen: Man solle nicht so spät diesen Weg gehen, sich anders anziehen, gar nicht so spät rausgehen...oder: Man ist männlich. Männer können gar nicht vergewaltigt werden.
Von dieser Einstellung müssen wir uns einfach entfernen. Es kann nicht sein, dass die Chance als Betroffene/r zumindest einen kleinen Funken Gerechtigkeit zu erfahren, so gering ist, dass man lieber mit seinem Geheimnis lebt und möglicherweise daran zerbricht. 
Und das muss in den Köpfen der breiten Masse ankommen und verankert werden. #MeToo ist erst der Anstoß.

Warum melden sich so viele Opfer erst nach so vielen Jahren?

Wenn wir uns mal überlegen, dass wir immer noch mit einigen rückständigen Ansichten zu kämpfen haben, wie sah das dann wohl vor zwanzig, dreißig Jahren aus? Die Schuld wird ja heute noch in einem sehr großen Ausmaß umgekehrt. Viele fühlen sich auch erst dann ermutigt zu sprechen, wenn es andere auch tun, es war bis dato kein Umfeld vorhanden, in dem man sich äußern konnte. Außerdem: Scham. Man kann sie nicht erklären, es ist ein Schamgefühl, dass man hat, wenn sich jemand in deine tiefste Privatsphäre eingemischt hat. Ungefragt. Oft fragt man sich auch, warum man es zugelassen hat, warum man sich selbst nicht geschützt hat. Und noch ein ganz simpler Grund, nicht sofort zu sprechen, der Grund, der in dieser Debatte eigentlich vorherrscht: Die Macht des Täters. Wir brauchen uns nicht vormachen, dass diese Welt gerecht ist und wir den schwachen Gliedern in der Kette genauso viel Halt und Unterstützung geben, wie den starken.

Aber gibt es denn nicht die Unschuldsvermutung?

Absolut. Die gibt es und die finde ich nach wie vor sehr wichtig. Diese Unschuldsvermutung gilt aber nicht nur für den Beschuldigten, sondern auch für den, der anklagt. Verleumdung und üble Nachrede sind auch Tatbestände, um das zu wissen, muss man nicht Jura studiert haben. Dieses Argument ist also nicht wirklich ganz schlüssig, zumindest wenn man es nur für die eine Seite gebrauchen möchte.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man erst einmal glauben sollte. Es ist definitiv sinnvoller als erst einmal davon auszugehen, dass gelogen wird. Es mag sein, dass das vorkommt, aber ich denke der Anteil der Falschbeschuldigungen ist viel geringer als so Mancher behaupten mag. 

Jetzt darf man ja nicht mal mehr eine Frau ansehen, ohne dass man sie sexuell belästigt!

Okay, drei Worte: Dümmster Satz überhaupt! Wenn ich das lese oder höre, werde ich innerlich immer ein wenig aggressiv. Er zeigt nicht nur, dass man unfähig ist, sich konstruktiv an einer Diskussion zu beteiligen, sondern auch, dass man gar nicht einsieht, dass dieses Thema in irgendeiner Form wichtig ist. Dazu gibt es auch noch die Kandidaten, die meinen, dass der gesamte Flirt in Gefahr ist. Ich verrate euch ein Geheimnis: Wer die Grenze zwischen gewollt und ungewollt nicht erkennt, oder erkennen will, der hat meines Erachtens ein Problem, denn das ist wirklich nicht so schwer.

Zum Schluss habe ich euch noch ein paar Links zum Thema herausgesucht, die ich recht interessant fand.

Der Fall Dieter Wedel im ZEIT MAGAZIN
Was die Vorwürfe gegen Dieter Wedel so unfassbar macht - bento
Vergewaltigung ist kein Sex - Süddeutsche Zeitung
Umfrage zu sexueller Belästigung - ZDF
Der verunsicherte Mann - ZEIT Online

25. Januar 2018

Eine nicht so eloquente Ode an das Vergessen

Gerade eben hatte ich noch einen perfekten Anfang, den ich vergaß.
Den perfekten Anfang, der mich vor meiner Blockade retten sollte.
Aber bevor ich vergesse einfach weiterzuschreiben, erzähle ich euch einfach, was ich schon alles vergessen habe.
Erst heute Mittag, beim Wäsche waschen - ich vergaß das Waschmittel,
Ich vergaß das Klopapier, ließ es mitten im Laden stehen. 
Das ist nicht das erste Mal.
Beim ersten Mal vergaß ich es am Bahnhof.

Ich vergesse immer die Termine, die ich bei der Bank gemacht habe. 
Wenn mich die Bankkauffrau doch zu Gesicht bekommt, lächelt sie immer so streng, sie, die Ordentliche. 
In ihren Augen sieht man das Unverständnis, vielleicht nimmt sie mir das persönlich, das Vergessen, sie nimmt es mir übel, mir, der Chaotischen.

WIE KANN MAN DAS ÜBERHAUPT VERGESSEN?
Fragten mich meine Mutter, mein Physiklehrer, andere.
Hausaufgaben vergisst man nicht, man ist zu faul für sie, oder?
Oder dumm, weil Physik-Hausaufgaben in der Mittelstufe etwas Unabdingbares für deinen restlichen Lebensweg sind.

Ich wollte mir Dinge aufschreiben - was ich vergaß.
Dann habe ich mir Dinge aufgeschrieben - was ich wiederum vergaß.
Und dann vergesse ich, was ich so gelesen habe.
Und dass ich mich nicht mehr rechtfertigen wollte.

Vor ein paar Tagen hatte ich mich fast ausgesperrt, weil ich fast vergaß den Schlüssel mitzunehmen.
Und Sekunden zuvor sagte ich zu mir: Das darfst du nicht vergessen!
Manchmal bin ich auf halbem Wege wieder umgekehrt, weil mir einfiel, dass ich den Herd nicht ausgemacht habe,
dabei hatte ich nur vergessen, dass ich ihn ausgemacht habe.
Herdception, denn Vergessception hört sich nicht so gut an und liest sich auch scheiße.

Zumindest habe ich nicht vergessen, wann die Meisten meiner Mitschülerinnen aus der Realschule Geburtstag hatten, 
dass Kolumbus 1492 Amerika entdeckte und dass Benedict Cumberbatch jünger ist als Jim Parsons.
Ist ja auch wichtig.

Aber - vielleicht ist das Vergessen nicht immer so schlimm.
Zumindest hat man dann Geschichten zu erzählen,
manchmal unterhält man damit sein Umfeld.
Entgegen aller Prophezeiungen habe ich einen Schulabschluss und die massiven Nachteile bleiben aus.
Nur manchmal denke ich an das strenge Lächeln der Bankkauffrau. Ich habe ein schlechtes Gewissen, das ich irgendwann wieder...vergesse.

21. Januar 2018

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Ich hoffe hier werden sich demnächst einige Dinge ändern. Deshalb gibt es mich jetzt auch auf Bloglovin'. Wenn ihr Bock habt, könnt ihr mich in eure Liste aufnehmen! :)
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8. Oktober 2017

Baby, lass mal glücklich sein!

Jeder ist doch gerne glücklich, oder? Zumindest, wenn man sich die Lebensziele so anschaut, dann ist das Ziel eigentlich nur Mittel zum Zweck: Glücklich und zufrieden mit sich selbst und dem Leben zu sein. So weit, so gut. Glücklich sein ist nichts Schlimmes, glücklich sein wollen erst Recht nicht, aber glücklich sein müssen? Gibt es das überhaupt?

Ich bin kein Fan davon zu sagen: "Guckt mal, man wird jetzt von der Gesellschaft zu diesem und jenem gezwungen und ich bin so eine special Snowflake, mir geht das und das auf den Keks und ich bin die Einzige, die das anders macht." Absolut nicht. Dennoch ist mir etwas aufgefallen, was mich ein bisschen ärgert, wenn nicht sogar stört. Glücklich sein ist ein Trend geworden. Zumindest ein bisschen. Ein Gemütszustand ist in. Ich empfinde das als ziemlich lächerlich.
Man brauch nicht wirklich recherchieren, um herauszufinden, dass es massig Bücher, Blogs und YouTube-Videos zum Thema Positives Denken gibt. Man braucht nicht lange nachzudenken, um zu wissen, dass die scheinbar immer gut gelaunten Menschen als die beliebtesten gelten und die, denen immer irgendwas nicht zu passen scheint, hinter vorgehaltener Hand belächelt werden. Aber mal ganz ehrlich: Ist das wirklich eine so gute Sache?
Simple Kalendersprüche sind auf einmal wieder großartige Poesie, wenn das Leben nervt, sollte man doch einfach Glitzer drauf streuen und Julia Engelmann wird wie eine Göttin verehrt, denn sie kann ja das in Worte fassen, was alle denken. Bedingt durch Jan Böhmermann, landete vor einigen Tagen ein Video auf meiner Timeline in dem Julia Engelmann einen Song performt. Grapefruit heißt er. 

Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
[...]heute wird ein schöner Tag
Komm, wir machen mal das Fenster auf, das Radio laut
Lass frischen Wind herein und alle alten Zweifel heraus
Wenn du fest daran glaubst, dann wirst du glücklich.

Heißt es darin. Es soll ein Lied für traurige Menschen sein. Ich möchte jetzt nicht unsachlich werden, aber sagt das bitte mal einem Menschen ins Gesicht, der nicht einfach nur ein kleines Down hat, sondern jeden Tag mit krankhafter Traurigkeit und Leere kämpfen muss. Der eben nicht einfach mal durch das Nachspielen eines durchgestylten Indie-Gitarren-Pop-Videos eine Erleuchtung hat. Selbst wer das nicht muss - wieso darf er fast schon gar keinen traurigen Tag auf dem Sofa haben? Schaut doch mal raus in die Welt - mit Glitzer und Grapefruit wird sie nicht besser. Es ist zu einfach gedacht.

Mir geht es nicht darum, dass man die Schwere und Last dieser durchaus auch schrecklichen Welt auf seinen Schultern tragen muss und sich nicht im Kleinen erfreuen darf. Das ist Schwachsinn und ungesund, schließlich können und sollen wir das nicht. Es geht mir eher darum, dass erwartet wird, dass man  mit gewissen Dingen auf eine gewisse Art und Weise umgeht. Das hat schon Oma gemacht. Reg dich nicht auf, das gibt Falten. Das macht man heute noch. Und irgendwie tritt es wieder vermehrt auf. Man soll durchhalten, durchziehen, stark sein UND dabei Lächeln. Wer das nicht tut, ist schwach. Aber ist man das wirklich? 
Ich stelle da jetzt einfach mal so eine These auf: Man sollte zu seinen Gefühlen stehen. Auch wenn sie negativ sind. Man sollte sie aushalten dürfen. Kein Mensch ist ein Disney-Land auf zwei Beinen und das ist auch gut so. Ein Mensch, der angeblich nur positiv denkt und mit allem total glücklich ist, ist mir auch etwas suspekt. Ist er ignorant, oder kann er mit Negativität nicht umgehen? 

Diese Kalenderweisheiten sind sind vielleicht nicht dumm. Sie fassen im Groben und Ganzen recht präzise eine "Lösung" zusammen. Ich halte sie aber nicht für die wahre Lösung. Sie sind wie eine Flasche Wein bei Liebeskummer - für den Moment vielleicht ganz heilsam, aber am nächsten Tag hat man Kopfschmerzen.  

Deswegen lautet meine Devise: 

Baby, lass mal fühlen, wie wir uns fühlen.
Lass mal schreien und weinen wenn uns danach ist.
Gehen wir uns mal beschweren, wenn uns was wütend macht.
Lass mal über Dinge lachen, die vielleicht nicht lustig sind.

Lass mal genervt sein, weil wir den Bus verpasst haben,
Mal drüber aufregen, weil die Fahrpläne blöd sind.
Lass mal stundenlang über diese Welt diskutieren
Um uns Ende einig zu sein, dass alle bekloppt geworden sind.

Lass mal nette Menschen sein,
Ohne uns zu verstellen.

27. September 2017

Warum so konservativ?

Die Wahlen sind um, ganz Deutschland ist entsetzt. Zum ersten Mal seit Kriegsende sitzen wieder Nazis im Bundestag - sagt man. Mit 12,6 Prozent wurde die AfD in den deutschen Bundestag gewählt. 94 Sitze haben sie jetzt. Das ist ehrlich gesagt ganz schön viel. Mehr als die Grünen und die Linken. Die Einen schlagen die Hände über den Kopf zusammen und sind geschockt wie nie, die Anderen zeigen sich wenig überrascht. Denn es zeigt ja, dass die Menschen mit der Regierung unzufrieden waren. Ich muss sagen, ich war nicht überrascht, ich habe das Ergebnis irgendwie - hingenommen. Ich glaube aber auch nicht, dass dieses Ergebnis nur etwas mit Unzufriedenheit zu tun hat. Es zeigt eher, dass dieses nationalkonservative Denken schon immer da war. Die AfD hat es nur salonfähig gemacht. Sie hat etwas bedient, was in den betreffenden Köpfen schon immer da war. Und ich denke, das ist noch erschreckender, als dieses Ergebnis, denn es tut sich vor allem die Frage auf, wie so etwas entstehen konnte. 
Das hier gehört aber nur zum Vorgeplänkel (und ich werde nicht nur auf der politischen Ebene bleiben), denn es geht mir gerade um ein ganz anderes Wahlergebnis: Das der CDU. Nur zweimal seit 1949 war sie nicht die stärkste Kraft und auch wenn sie dieses Mal viele Wählerstimmen verloren hat, ist sie weit vorne. Hier in Bayern hat die Schwesterpartei jedes Direktmandat gewonnen. Es macht mich nicht fassungslos, es wurde so gewählt, aber ich betrachte das sehr skeptisch. Die CDU ist konservativ, die CSU noch konservativer und sie trägt wahrscheinlich dazu bei, dass man manchmal spaßeshalber sagt, dass Bayern wie Texas sei, nur halt ohne Waffen. Ich frage mich: Warum so konsvervativ?

Konservativ bedeutet ja sowas, wie an traditionellen Werten festhaltend, abwertend auch sowas wie rückständig. Und, nun ja, wenn ich mir unsere Politik so ansehe, ist das gar nicht so falsch. Denkt mal an die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe, wir waren später dran als die USA - und das will was heißen. Ein anderes Beispiel ist unser Bildungssystem. An unserem Schulmodell wird festgehalten - und das obwohl andere Modelle nachweislich besser funktionieren. Muss ich das verstehen?


Ich bin mal ganz ehrlich mit meiner Einstellung - sie lässt sich  nicht auf irgendeine Partei festnageln, aber sie ist definitiv links der CDU. Ich habe sie nie gewählt und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie auch nie wählen werde. Geschweige denn die CSU.

Die gleichgeschlechtliche Ehe wäre meines Erachtens nicht einmal eine solche Diskussion wert gewesen. Die Gleichstellung stand bei mir immer außer Frage. Es lieben sich zwei Menschen und wenn sie unbedingt heiraten wollen - nur zu! Es gibt vielleicht Argumente gegen die Ehe, aber ein plausibles Argument gegen die gleichgeschlechtliche Ehe kam mir noch nie unter. Ich finde auch ein bedingungsloses Grundeinkommen gar keine schlechte Idee. Das macht die Leute faul, sagt man. Aber es geht doch nicht um ein Leben in Saus und Braus, ganz ohne Arbeit, sondern eigentlich nur um die Sicherung der Existenz, einer würdigen Existenz. Ich wünsche mir sogar eine liberalere Drogenpolitik als sie zur Zeit in den Niederlanden herrscht und was unsere Bildung angeht - das würde hier den Rahmen sprengen.

Träumer nennt man Menschen wie mich. Darüber diskutiere ich gar nicht, hört man gerne mal. Du rennst doch nur Utopien hinterher. Von noch abwertenderen Kommentaren mal ganz zu schweigen.

Dabei bin ich kein Mensch, der das System von außen bekämpft. Ich denke, man muss im System bleiben und es in kleinen Schritten von innen heraus verändern und auch mal Gedanken wagen, die erst, nun ja, utopisch klingen.
Das wollen aber anscheinend Viele nicht. Es wird an alten Mustern festgehalten, selbst in meinem Alter finden sich Prinzipienmenschen, die gewisse Dinge nie hinterfragt haben, die es einfach irgendwie hinnehmen, dass es so ist wie es immer ist. Man hört oft: Uns geht es doch gut? Warum was ändern?
Ja, dir geht es gut! Dir geht es sehr gut! Mir auch - aber es gibt Leute, denen geht es nicht gut, es gibt Menschen, die sind in unserer Gesellschaft immer noch benachteiligt. Dazu muss man nicht mal arm sein, man muss nicht mal behindert sein, es reicht schon wenn du eine Frau bist.
Man wird oft belächelt, wenn man darauf aufmerksam macht. Es werden Argumente gesponnen, die ich nicht ganz nachvollziehen kann und - ich bin ehrlich - meistens ziemlich scheinheilig wirken.
Kommentarspalten explodieren, wenn eine Zeitung das Binnen I benutzt oder einen Stern. Ich bin auch der Meinung, dass es Wichtigeres im Bereich Feminismus zu tun gibt, aber für Einige stellt  das anscheinend eine ganz große Bedrohung dar. Gender-Quatsch ist ein Wort, das ich gar nicht mehr hören will. Als würde die gesamte LGBTQI-Welt eine Armee gegen die aufstellen, die nicht dieser Szene angehören, als würden sich die Frauen, die sich als Feministinnen bezeichnen in eine Mischung aus Hulk und Alice Schwarzer verwandeln, als würde das gesamte Land im Drogensumpf versinken, wenn man Cannabis erlauben würde und dann sagen sie mir, sie sind vernünftig. Alles bleibt wie es ist, sagen sie und hören sich dabei an wie ich an Heiligabend bei meiner Familie.

Vielleicht blitzt hinter Einstellungen wie meiner, noch das kleine naive Kind hervor, aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht. Ich bin kein besserer Mensch als alle Anderen, ich bin nicht frei von Vorurteilen, dieser Beitrag ist sicherlich ein Beweis dafür und den Plan die Welt komplett zu verändern habe ich auch schon längst aufgegeben (ich verweise mal auf den Namen dieses Blogs), aber wir sollten uns mal überlegen, ob es wirklich eine gute Idee ist, bei dem zu bleiben was jetzt ist. Wir sollten einfach mal aufhören, Menschen zu belächeln, die Ideen haben, die utopisch klingen und es vielleicht auch sind - man muss ja nicht das ganze Brot nehmen, man kann sich auch nur eine Scheibe davon abschneiden. Und gegen vernünftig diskutieren hat doch noch keiner was gesagt, oder? 


PS: Die CDU war nur mein Einstieg, sie wird nun mal von den Meisten gewählt und vertritt konservative Werte, das heißt nicht, dass ich das auf alle Anhänger dieser Partei übertrage, das wäre zu pauschal gesagt. Diese Einstellung ist fast überall zu finden.

4. August 2016

start

Erwartet jetzt nichts. Nichts sonderlich Gewitztes, sonderlich Intelligentes oder Großartiges. Das hier ist ein Start-Post. Ein Post der aus einem "irgendwie muss ich doch mal anfangen" entsteht.


Zur Einstimmung auf das Ganze hier, ein paar Fragen, die ich mir oft mal stelle, auf die es aber nie eine Antwort geben wird.

Wie ist es das Ich-Gefühl eines anderen Menschen zu haben?
Wie schmeckt Knoblauch für jemanden, der ihn nicht mag?
Was passierte an dem Ort an dem ich mich gerade befinde, um genau diese Zeit, vor 100, 1000, 5000 Jahren?
War schon mal jemand in mich verliebt, ohne dass ich es gemerkt habe?
Wenn ja, wäre ich überrascht?
Gibt es irgendwo eine Spezies, die uns für unsere Blödheit auslacht?
Plant meine Katze meinen Tod?

Ich frage mich gerade wo der Rest geblieben ist. Ich hatte auch ein paar sehr clevere und witzige Sätze im Kopf, aber wie das immer ist...
Das führt auch zur letzten Frage:

Wie ist es eigentlich für alles und jeden immer eine passende Antwort zu haben?